(M)eine Persönliche Lernumgebung (PLE)

Der letzte Blogbeitrag ist ja nun schon etwas länger her and last but not least freue ich mich, nach intensiven Recherchen und Testvergleichen den Wissensschnipsel*No*3** präsentieren zu können mit dem finalen Ergebnis zum Thema “Personal Learning Environment” inkl. kostenfreiem E-Book:

„Tools für (m)ein persönliches Wissensmanagement“

Hierzu wurden etliche Tutorials auf YouTube begutachtet sowie aktuelle Testberichte und Toolsammlungen ausgewertet. Eine vollständige Sammlung aller begutachteten Werkzeuge sind in meiner Diigo-Linksammlung unter dem Schlagwort „tools“ und etwas komprimierter auf Scoop.it einsehbar. Entsprechend sind dort auch ausführlichere Informationen zu den aufgeführten „Tools“ zu finden. Von insgesamt ca. 100 begutachteten Werkzeugen haben es letztlich über 40 in meine persönliche Lernumgebung geschafft.

Bevor ich nun die konkreten Werkzeuge vorstelle, zunächst eine kurze Erläuterung zum Begriff selbst. Bisher gibt es keine einheitliche Definition zum Begriff der „Persönlichen Lernumgebung“, welcher im Englischen als „Personal Learning Environment“ bezeichnet und mit PLE abgekürzt wird. Grundsätzlich versteht man darunter ein Konzept zur Ausgestaltung einer individuellen Lernumgebung, die das (selbstorganisierte) Aneignen von Wissen unterstützen soll. Eine schöne Zusammenstellung von bestehenden Definitionen findet man auf Slideshare von Prof. Ilona Buchem, wobei mir persönlich die Definition von Lee Kraus am besten gefällt:

“An ecosystem of connected educational resources facilitated by a (large) set of tools and fueled by collaboration opportunities facilitating the consumption of content that enables an increased understanding of specific knowledge domains”.

Bei der von mir im Folgenden vorgestellten PLE handelt es sich um einen individuell zusammengestellten “Personal-Desktop”, der im Web-Browser verwendet wird und verschiedene, frei zugängliche webbasierte Applikationen bündelt. Es ist sozusagen ein Mashup spezifischer Dienste & Tools in einer Plattform (Symbaloo), das durch die Vernetzung einzelner Komponenten als Gesamtpaket mehr Wert ist als die losen Einzelteile.

Meine PLE bündelt über den Anbieter Symbaloo verschiedene Applikationen nicht nur von bestehenden Kanälen wie Twitter und Facebook, sondern natürlich u.a. auch meine Email-Accounts, Blogs, Feeds, Bibliotheksrecherche-Plattformen sowie bereits erstellte bzw. analysierte Textdateien. Zu diesem Zweck ist eine Literaturverwaltung integriert, ein Cloud-Backup-System, ein Aufgabenplaner und auch ein Kalender mit verschiedenen Erinnerungsmöglichkeiten. Die PLE ist webbasiert und lässt sich nicht nur per Computer, sondern auch mit Smartphone und Tablet bearbeiten, um ein flexibles und ortsunabhängiges Wissensmanagement zu gewährleisten. Die PLE ist anpassungsfähig und als nicht statisch zu betrachten, da sich diese im Laufe der Arbeit verändern und an persönliche Bedürfnisse angleichen wird. Zudem überschneiden sich ein paar Werkzeuge in Ihrer Funktionalität, so dass erst nach längerer Nutzung über die Usability und Praxistauglichkeit entschieden werden kann.

Ausgangslage für die Gestaltung meiner PLE war, dass ich zwar bereits viele Dienste nutzte, jedoch waren mir diese teilweise zu unübersichtlich sowie zu wenig vernetzt und strukturiert. Um im Rahmen meiner Dissertation gleich von Beginn an effektiv arbeiten bzw. lernen zu können, war es mir wichtig, die besten Applikationen für jede Phase der Wissensarbeit in einer PLE zusammenzufassen. Beim Lernen bzw. beim Aneignen von Wissen unterscheide ich hierbei fünf Phasen der Wissenskonstruktion, welche wie folgt aufeinander aufbauen:

  1. Organisieren & Strukturieren
  2. Informieren & Sozial Vernetzen
  3. Speichern & Verwalten
  4. Recherchieren
  5. Verarbeiten, Visualisieren & Reflektieren

Die in der Grafik dargestellten PLE-Applikationen sind anwendbar auf folgende Hard- & Software Komponenten:

  • PC mit Microsoft Betriebssystem (Windows 7 Home Premium)
  • Office 2010
  • Asus EEE-Pad-Transformer (Android)
  • Samsung Galaxy 3 (Android)
  • C-Pen SmartPen

Das MindMap visualisiert alle von mir ausgewählten Tools, welche die entsprechenden Phasen der Wissenskonstruktion unterstützen:

PLE Übersicht

Abbildung 1: PLE-MindMap mit Übersicht der ausgewählten Werkzeuge, die (m)ein persönliches Wissensmanagement unterstützen (Quelle: Eigene Darstellung)

Ich habe nun alle oben visuell dargestellten Tools auch nochmals etwas präziser mit jeweiligen Funktionalitäten und mit spezifischen Verwendungshinweisen in einem kostenfreien E-Book zusammengefasst, welches für Interessierte einen detaillierteren Einblick in (m)eine persönliche Lernumgebung liefert. Das E-Book ist downloadbar und steht unter Creative Commons Lizenz: Namensnennung-Nicht kommerziell, CC BY-NC.

Die Entwicklung einer persönlichen Lernumgebung war letztlich aufwändiger als gedacht und hat mich einige Wochen Arbeit gekostet, obwohl ich bereits viele Applikationen kannte und aktiv im Arbeitsalltag nutzte. Um jedoch eine optimale Arbeitsgrundlage für die Dissertation zu schaffen, habe ich für meine PLE  sicherlich über 100 Tools/ Werkzeuge begutachtet, verglichen und ausprobiert, was letztlich sehr zeitintensiv war.

Nichts desto trotz bin ich nun froh, diese Arbeit investiert zu haben und bin gespannt auf die kommenden Monate meiner Forschungsarbeit und wie sich diese durch meine PLE unterstützen lässt. Bereits jetzt hat sich die PLE in der wissenschaftlichen Bearbeitung meiner Dissertation bezahlt gemacht, da ich mit wenigen Klicks viel Wissen verarbeiten und alle Ergebnisse in meiner PLE-Umgebung auf Symbaloo bündeln kann.

Ich freue mich über Feedback, Anregungen, Ergänzungen, Hinweise und Kritik. Sofern gewünscht, könnte ich auch noch einen Screencast zur Anwendung meiner persönlichen Lernumgebung erstellen. Hierfür bitte einfach Kontakt mit mir aufnehmen.

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8 Comments

  1. Christian

    Hallo Sirkka,

    bin über XING auf Dein Ebook aufmerksam geworden. Interessantes Thema, schöne Ausarbeitung 🙂

    Beschäftige ich mich beiläufig sehr oft mit diesem Thema (insbesondere den Punkten 1,3,5) und freue mich, mir die Tage Dein Ebook näher anzuschauen.

    Bislang arbeite ich viel mit kaskadierten Mindmaps und Xmind. Weiterhin nutze ich Calibre, um gesammelte Publikationen kontextsensititv bereit zu halten, um je nach Anforderungen das richtige Wissen „bereit zu halten“. Was mir grundsätzlich fehlt ist die Möglichkeit der Querverweise zwischen vordergründig fachfremden Inhalte, um die selbe Information nicht mehrfach anlegen zu müssen. Dies lässt sich über Wikis grundsätzlich hervorragend umsetzen, allerdings stolperte ich bislang immer über fehlende Funktionalitäten bei dateibasierten Wikis (Einbindung von Youtube Videos, Grafiken, Office Dokumenten) sowie der fehlenden Verfügbarkeit auf meinen mobilen Endgeräten und/oder Zweitcomputer.

    Symbaloo ist mir gänzlich neu 🙂 Während meines Studiums habe ich viel mit OneNote gearbeitet. Eine gleichwertige, kostenlose Alternative ist mir bislang nicht begegnet.

    Gruß
    Christian

  2. Sirkka Freigang

    Hi Christian,

    DANKE für Dein Feedback und die enthaltenen Tipps/ Tools, die ich mir eben schonmal angesehen habe 😉 Grundsätzlich ist es schwierig, DAS Tool bzw. Werkzeug schlechthin zu identifizieren, da jeder andere Bedürfnisse mitbringt. Insofern bleibt eben nur der Weg, sich mühsam die einzelnen Funktionalitäten anzusehen und zwischen den etlichen, verfügbaren Tools Unterschiede zu lokalisieren und das passendste für sich selbst rauszusuchen. Und/ Oder eben auf Erfahrungsberichte anderer zu vertrauen :-)) Daher mein öffentliches E-Book, damit auch andere davon profitieren können. Beispielsweise habe ich darauf geachtet, dass die von mir genutzten Tools weitestgehend untereinander kombinierbar sind, z.B. Annotary + Zotero + SmartPen und eben auch auf meinem Tablet laufen. Entwerder als extra (Android) App oder einfach im Browser. Komplexe Angelegenheit 😉

    Bezüglich der von Dir angesprochenen fehlenden Querverweise ist es ggf. sinnvoll, Tools einzusetzen, die eine Verschlagwortung anbieten, so hat man die Möglichkeit, durch „übergreifende & einheitliche“ Indexierung, alle Inhalte z.B. zum Thema „Zukunftstrends“ mit einem Klick zu finden. Und bezüglich der Vermeidung von Dopplungen fällt mir ein, dass Zotero hier eine Funktion anbietet, Dopplungen zu lokalisieren und Dupletten zu löschen. Aber ich glaube, Du meinstest das eher Tools übergreifend, oder?

    Liebe Grüße zurück und GUTEN RUTSCH!!
    Sirkka**

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